Hingucker

Montag, 18. Juli 2011

Was ich/man(n) tun muss.

Wer jemals im Freien gejoggt hat, der sollte eigentlich wissen, wie es ist, wenn sich die verschiedensten Gedanken überspielen. Man denkt an etwas, im nächsten Augenblick denkt man bereits an jemanden und kurz darauf denkt man, dass es wieder Zeit wird, die Atmung zu vergessen und an etwas/jemanden zu denken. Heute dachte ich hauptsächlich nur an die Hitze, die mir jede Motivation raubte. So visualisierte ich nochmals die Finish Line und überlegte, was ich in meinem Leben noch tun muss, bevor ich das Zeitliche segne. Naja, und da ist schon einiges zusammengekommen.

1. Eminem Konzert besuchen

2. Auf's Oktoberfest fahren

3. In einer Kneipe einen Deckel rund machen und dann die Zeche prellen

4. Bungee Jumping ausprobieren

5. Alle Kontinente bereisen

6. Mit zwei Frauen gleichzeitig schlafen. Oder mehr. Ohne dafür bezahlen zu müssen. Ohne einen weiteren behaarten Hintern!

7. Mehr Bücher zu lesen als Filme zu sehen

8. Nr. 7 anders formulieren zu können

9. Moskau und New York sehen

10. Spring Break besuchen

11. Eine weitere Sprache lernen. Vorzugsweise Spanisch oder Italienisch

12. Einen Monat lang nicht fluchen

13. Ein Wild erlegen

14. Einen Ironman finischen

15. 2 One-Night-Stands in einer Nacht. Das ist nicht das Gleiche wie 6.!

16. Lotto spielen

17. Einen Hund halten

18. Einem hysterischen Türsteher "Wenn ich dich sehen reden will, dann schiebe ich dir den Arm in den Arsch und benutz dich als Handpuppe!" ins Gesicht sagen und dennoch reinkommen

19. Vor 27 nicht zu heiraten

20. 16 von den oben genannten Punkten erledigen

Mac, Mac, Mac...

Die Anmeldung für den Ironman 2012 wurde bestätigt. Die 556,50€ für die Anmeldung wurden überwiesen. Die erste Vorbereitungsperiode wurde erfolgreich abgeschlossen, obwohl die Erfolge größtenteils ausblieben. Laufen & Ergometer, mehr geht im Moment einfach nicht. Kein Schwimmtraining und auch keine Erfahrung auf'm Rad. Und mir bleibt kein ganzes Jahr mehr bis zum Wettkampf, dabei wollte ich noch das ein oder andere Triathlon-Rennen bestreiten. Ach, und ein neues/richtiges Rennrad muss übrigens auch her. Unter 3000€ ist die Auswahl aber recht überschaubar.  >3000 Euronen für ein Zeitrad möchte ich nicht ausgeben, nicht in diesem Leben.
Und da ich bisher meiner Machtlosigkeit in jeder Hinsicht unterlegen bin, bleibt mir nichts anderes übrig, als Zaunrunden um's Camp zu drehen. 2350 Meter, immer wieder die selben 2350 Meter. Manchmal 4x, sehr oft 6x, ab und zu mal 8x & sehr selten 12x.
Für meine primitive Pulsuhr habe ich einen Käufer gefunden. Hoffe nun, dass mein Forerunner 305 so schnell wie möglich geliefert wird.
Dank meinem Mac erwacht dieses Blog nochmals. Die letzten Monate habe ich meine Windows-Maschine genutzt, die das Passwort für das Google-Konto nicht kannte. Mac weiß alles.

Freitag, 22. April 2011

Durchsichtig.

Der Mann in der Scheibe ist Anfang Zwanzig. Er drückt seine Beine an den Vordersitz ran. In der linken Hand ein aufgeschlagenes Buch. Strobo von Airen. Rechts glühende Zigarette. Aufgeschürfte Fingerknöchel, weil die Bandage verrutscht ist. Er zieht gierig an seiner Kippe... renovierungsbedürftige Häuser. Eine alte Frau mit zwei Eimern Wasser. Drei Schulkinder, sie winken. Armut. Kreuzung. Ein bellender Hund. Park. Schule. Sonne. 
Kleine Rauchringe prallen auf die Scheibe. Er antwortet, flucht und legt das Buch zur Seite. Er schließt die Augen... Kinderzimmer. Freunde. Menschen, die fehlen, weil sie immer fehlen, wenn sie nicht anwesend sind. Zuhause. Mütterliche Backe, die mehr Wärme gibt als alle Heizkörper zusammen. See. Zuhause. Circa 140 Tage.
"Raus, wir sind da!" - ich mach die Kippe aus und schaue mir dabei nicht zu.

Mittwoch, 20. April 2011

Schatten sein bis zum Get-No!

Ich denke über mein Leben nach und hinterfrage im nächsten Augenblick mein Dasein. Die Wirklichkeit ist dreist genug, mich zwei Mal innerhalb kürzester Zeit dem Tod gegenüberzustellen. Es ist kaum zu glauben, wie viele Fragmente eines bescheidenen Lebens mit einem Atemzug vor die Augen springen können, in der Hoffnung, von dem ICE des Wahnsinns überfahren zu werden. "Deine Pupillen waren größer als mein Arschloch" - scherzt er, als wir beide sicher sind. Nach der Landung merke ich erst, wie krass ich zittere. Meine Beine fühlen sich wie 2 vom Teufel ferngesteuerte Gummiprothesen an. Ich setze mich hin und zünde mir eine an. Mit dem ersten Zug wird mir bewusst, in was für einer abgefuckten Situation ich mir vor wenigen Minuten befunden habe. Nach dem Letzten stehe ich noch immer etwas benebelt auf. Glück, pures Glück - sage ich mir ganz leise. Hätten wir unsere Karabiner nicht miteinander verbunden, würde meine Obduktion auf einem Felsen stattfinden. Ich besuche ihn. Er sitzt oben ohne auf dem Boden, weint und zeigt mir, ohne den Kopf zu heben, Richtung Tür. "Ich verwette mein  Arschloch, dass deine Tränen nach Angst schmecken... komm zu mir, wenn du darüber reden willst" - kriegt er zu noch zu hören. Ich gehe raus, denke über mein Leben nach und hinterfrage mein Dasein.

Samstag, 12. Februar 2011

Kleinkram.

Den leisen Stimmen in meinem Kopf schenke ich schon lange kein Gehör mehr. Erst fanden sie es lustig, dann beschimpften sie mich und jetzt haben sie sich unzufrieden in die hinterste Kammer zurückgezogen - sie haben es akzeptiert. Ihre Schreie sind verstummt. Sie schauen sich jetzt den Kampf in aller Ruhe durch das Schlüsselloch an. Nur mein gewaltbereites Ego und ich. Schläge ins Gesicht und in die Weichteile gehören zum Alltag dazu. Ich hatte mich noch nie gewehrt, weil ich allein' meinem Ego die Standhaftigkeit meiner Seele zu verdanken habe. Das fühlt sich an, als würde ich mitten im

Dienstag, 8. Februar 2011

Erbärmlich.

Sie will reden. Ich treffe mich mit ihr im Café. Sie wirkt etwas nervös und diese Nervosität lässt sie in meinen Augen viel attraktiver aussehen. Ich trink' gemütlich mein Wasser, sie rührt ihren Espresso nicht an.  Sie fragt mich aus, doch mir ist klar, dass unser Treffen einen anderen Hintergrund hat. Ich schaue auf meine Uhr und mache ihr deutlich, dass sie endlich auspacken soll.

Sie: Du weißt, dass du mir immer noch nicht gleichgültig bist.
Ich: Davon bin ich ausgegangen.
Sie: Ich muss immer noch an dich denken.
Ich: Du hast einen Freund.
Sie: Er war nicht der Richtige.
Ich: Ich bin's auch nicht.
Sie: Ich will dich wieder öfters sehen.
Ich: Ich kann dir nichts versprechen.
Sie: Du bist ein Arsch.
Ich: Ich habe mich nicht geändert.
Sie: Ich bin dir egal?
Ich: Ich empfinde nichts für dich.
Sie: Für eine andere?
Ich: Komm mal klar.
Sie: Mein Bruder hat also nicht gelogen.
Ich: Was glaubst du, warum ich auf sei'm Geburtstag nicht anwesend war?
Sie: Du musstest lernen. Mutter hat nach dir gefragt.
Ich: Überhaupt nicht. Ich wollte dich nicht sehen. Genauer gesagt wollte ich nicht, dass du mich siehst. Richte deiner Mutter schöne Grüße aus.
Sie: Und warum bist du dann hier? Du willst mich doch nicht sehen.
Ich: Ich wollte es nur nochmals klarstellen.
Sie: Du wolltest mich also doch sehen... ansonsten wärst du jetzt nicht hier.
Ich: Ich gehe jetzt.
Sie: Einen Moment noch... hast du den Abend einfach verdrängt?
Ich: Wir waren betrunken. Ich war's auf alle Fälle.
Sie: Trotzdem hat es doch zwischen uns gefunkt.
Ich: Es war nur ein Kuss und ich habe mich am nächsten Tag sofort entschuldigt.
Sie: Es war nicht nötig.
Ich: Es war nicht ausreichend.
Sie: Was?!
Ich: Mach's gut.
Sie: Hassen sollte ich dich...
Ich: Du zahlst heute.

Dienstag, 1. Februar 2011

Unmoralisches Dilemma.

ALLES spricht dagegen. Die Kohle unter meinen Füßen ist nicht mehr so heiß. Der Schmerz hat entweder nachgelassen oder ich habe mich einfach daran gewöhnt. Ich weiß nicht so recht. Die Klingen, die mich abends bis in die Knochen schneiden, sind auch nicht mehr so scharf. Vielleicht ist das Gewebe auch einfach abgestorben. Ich weiß es nicht. Die Peitschen kitzeln eigentlich nur noch. Womöglich hat mein Gedächtnis keine Kraft mehr. Ich habe keine Ahnung. Das Kreuz an meinem Rücken fühlt sich nur noch wie ein Schulranzen an. Vermutlich rosten die Nägel allmählich durch. Ich bin ahnungslos. Die Schlinge um meinen Hals übt keinen Druck mehr aus und der Stuhl wackelt auch nicht mehr.

Und jetzt soll ich mich umdrehen? Salz auf die Wunden streuen? Die Kohle nochmal ordentlich anzünden? Die Klingen schärfen? Ein kürzeres Seil und einen dreibeinigen Stuhl auswählen?

Ja, ich bin DAFÜR. Und das weiß ich ganz genau!

Zeit heilt gar nichts. Zeit lässt nur vergessen. Wille heilt.

Montag, 31. Januar 2011

Vorfreude.

3 Wochen noch. Ich freue mich auf die Isolation. Ich freue mich auf 2 Wochen Urlaub davor. Ich freue mich auf das Wochenende in Amsterdam. Ich freue mich auf ihn. Ich vermisse ihn heute schon, obwohl wir uns gestern das letzte Mal gesehen haben. Wir ergänzen uns wie Anwälte und Richter. Ich freue mich auf die letzten "warmen" Tage im Elternhaus.  Ich freue mich auf die 1-wöchige Abschiedsparty. Ich freue mich auf die Distanz, die uns trennen wird. Ich freue mich auf die vollständige Genesung meines inneren Ichs. Und am meisten freue ich mich trotzdem auf die Rückkehr.

Samstag, 29. Januar 2011

Rationaler Wahnsinn.

Der Wecker klingelt. 05:47 sagt mir mein Handy. Ich verfluche beide. Der Versuch wieder einzuschlafen wird scheitern, deshalb prügele ich diesen Gedanken sofort weg. Ich wasche mir das benommene Gesicht und putze mir anschließend die Zähne. Rasieren bleibt mir heute vorerst erspart. In der Küche muss ich feststellen, dass mein Wasserkocher den Geist aufgegeben hat. Ein vielversprechender Tag kommt mir entgegen. Zu meinem großen Glück liegt noch ein Päckchen Zigaretten auf'm Tisch. Leer. Die Pechsträhne ist also auch schon wach und amüsiert sich. Ich ziehe mich leicht an und laufe raus. Der Automat um die Ecke hat schon offen. Ich stecke die Karte rein und schmeiße das Kleingeld hinterher. Es tut sich etwas. Die Münzen werden verschluckt. Der Schacht bleibt leer. Ich fange an, meine gute Bekannte Pechsträhne nachzuahmen. Ich gebe nicht auf. Diesmal wird's ihm zu viel und er spuckt mir eine Schachtel aus. Zu Hause angekommen zünde ich mir eine an und überlege, ob ich doch nicht an eine religiöse Metapher anfangen zu glauben soll. (Guten) Morgen Welt!

Freitag, 28. Januar 2011

16 Bars

Als wir uns erneut kennerlernten lief so ziemlich alles nach Plan,
vor den Augen ist aber nur noch eine zerbrochene Puppe als Porzellan,
Enttäuscht, jammernd und berauscht streiche ich mir über's Haar,
Der Blick wandert langsam zu meiner gut bestückten Minibar.
Ich wische den Staub weg und bereichere mich mit einem Wein,
Der hungernde Durst ist groß – das mich anmachende Glas ist klein,
Ein Abend, an dem die herrschsüchtige Sehnsucht wieder die Diktatur ergreift,
Ich höre sie, und spüre, wie sie mich Sinn nach Sinn von hinten umgreift.
Schluck nach Schluck leere ich das Prachtstück, Zigarette ist am Glühen,
Ein Riss im Herz, der sticht, es ist schon lange nicht mehr am Blühen,
Es ist Freitag, die Einsamkeit lächelt mich ganz schüchtern an,
Sie meldet sich nicht an, sie kommt jedes Mal ganz spontan.
Ich zähle die Tage und sehe mich bereits fortfliegen,
Ich bin bereit – die gewaltige Lücke wird mich verbiegen,
Sie darf mich nicht kriegen, ich muss der Paranoia ausweichen,
Möge viel Zeit vergehen, die Puppe wird ihren zerhackenden Blick von mir abweichen.

Alle schieben Zuckerberg.


Die Sorge, nicht mehr Schritt zu halten

Vielleicht wird es eine noch intensivere Version jenes Internets sein, in dem ich schon lebe, wo ich von Zahnarztwerbung verfolgt und unablässig aufgefordert werde, meine eigenen Bücher zu kaufen. Oder vielleicht wird das ganze Internet einfach eine Art Facebook sein - gespielt fröhlich, gespielt freundlich, ichbezogen, unaufrichtig. Aus all diesen Gründen bin ich nur zwei Monate bei Facebook geblieben. Der Ausstieg ist, wie bei jeder Droge, viel schwerer als der Einstieg. Dauernd schwankte ich in meiner Meinung. Facebook ist die größte Ablenkung, die ich kenne, und genau darum fand ich es gut. Vielen Menschen dürfte es ähnlich gehen. Bestimmte Verfahren der Arbeitsvermeidung sind anstrengend - Rauchen, Essen, Telefonieren -, und die Zeit vergeht dabei auch nicht besonders schnell. Bei Facebook vergingen Stunden, Nachmittage, ganze Tage wie im Flug.
Als ich dann beschloss, endgültig aufzuhören, stand ich vor der Frage, die alle beschäftigt: Wird man tatsächlich entfernt? Ein für allemal? Auch Matt Lauer wollte das in der „Today Show“ von Zuckerberg wissen, aber weil er nie zuhört, gab er sich mit der Antwort zufrieden - „Ja, also, keine einzige Information wird weitergegeben“ - und stellte die nächste Frage.
Man will ja in Bezug auf die eigene Generation optimistisch sein. Man will mit den anderen Schritt halten und nicht Sorge haben, etwas nicht mehr zu verstehen. Anders gesagt, wenn man sich in ihrer Welt nicht ganz wohl fühlt, möchte man gute Gründe dafür haben. Der Computerpionier Jaron Lanier, der den Begriff der virtuellen Realität eingeführt hat, gehört nicht zu meiner Generation (er ist 1960 geboren), aber er kennt und versteht uns. Er hat ein überaus fundiertes Buch geschrieben, „You Are Not a Gadget“ (Deutsch: „Warum die Zukunft uns noch braucht“), das genau meine Besorgnis zum Ausdruck bringt.
Lanier geht der Frage nach, warum Menschen „sich selbst reduzieren“, um ein möglichst zutreffendes Computerprofil von sich zu haben. „Informationssysteme“, so Lanier, „benötigen Informationen, wenn sie funktionieren sollen, doch in der Information ist die Realität unterrepräsentiert.“ Es gibt kein vollkommenes Computerprofil eines Menschen. In der Realität ist uns das klar, aber sobald wir online sind, vergessen wir es. Auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken wird das Leben zu einem Datenbestand. Lanier sieht darin eine Herabsetzung, die auf einem philosophischen Irrtum beruht - „dem Glauben nämlich, Computer seien in der Lage, das menschliche Denken oder zwischenmenschliche Beziehungen abzubilden. Zumindest heute können Computer das jedoch nicht.“ 

"„The Social Network“ ist nicht das gnadenlose Porträt einer realen Person namens Mark Zuckerberg. Es ist ein gnadenloses Porträt von uns, von 500 Millionen lebendigen Menschen, die in der Gedankenwelt eines unbekümmerten jungen Harvard-Studenten gefangen sind."

Auszüge aus FAZ

Donnerstag, 27. Januar 2011

Er. Ich. Sie und Er. Ich und Sie.

Viele Er's bei Ihm. Viel Alkohol und alle spielen abwechselnd Fifa 'o8.  Eigentlich kann Er mich nicht leiden. Sein Zwillingsbruder ist für mich wie ein Zwillingsbruder. Deshalb bin Ich auch anwesend. Er trinkt eindeutig zu viel. Er ist mindestens eine Pulle Korn. Ich und Sein Zwilling gehen. Sein Zwilling und Ich kommen wieder. Er ist allein'. Er hat Seine Freunde rausgeschmissen. Sie kommt. Ich kenne Sie nur flüchtig. Er beleidigt Sie. Sie und Er streiten. Ich bin müde und verabschiede mich bei einer Kippe bei Seinem Zwilling. Ich gehe raus. Ich höre sein Fluchen und ihr Weinen. Ich mache nicht kehrt. Ich gehe ins Hotel. Sie holt mich ein. Ich möchte nicht mit Ihr reden...
Ich wache auf. Sie ist nicht mehr da. Aber Sie war. Ich versuche zu vertuschen. Ich reise ab.
Er und Sie trennen sich.
Er trennt sich. Von allem.
Ich sah Sie nie wieder. Ich sah Ihn nie wieder. Ich sah meinen Zwillingsbruder nie wieder.
Ich Mistkerl.
Entschuldige, ...

Merk-würdig ist diese Anspruchslosigkeit.

Ob man nicht mehr weiß, was man tut oder ob man nicht mehr weiß, was man ohne diesen einen Menschen tut, es ist doch ziemlich ähnlich. Beides tut einem definitiv nicht gut.

Wie ein Kleinkind, das seinen Lieblingsteddy verloren hat. Für immer. Und genau weiß, dass es selbst dran schuld ist.

Mittwoch, 26. Januar 2011

1o1 % - ich werde meiner jetzigen Welt 7 Monate lang mit beiden Füßen in den Arsch treten.

Zweite Halbzeit. Ein Heimspiel in den Bergen. Kapitänsbinde. Nachspielzeit. Elfmeterschießen?!

Lernen, schreiben, Sport, lesen, pokern, rauchen, sehr viel rauchen.

Kein Alkohol, keine Frauen, keine Zuneigung, kein Netz, kein Wochenende, keine Badewanne,  kein McDonalds, kein gemeinsames Essen im Elternhaus, keine tiefen Gespräche und keine hohen Erwartungen.

2 Flüge. Getrennt mit vielen Zeichen. Ohne Leerzeichen.

Unter Umständen wird dieser ewige Tanz sein Ende finden. Mögen dann so viele Reihen wie möglich applaudieren.

Dienstag, 25. Januar 2011

Am Ende wird nur noch Adam bleiben. Ohne Rippen - ohne Hoffnung.

Wie viel ist mein Leben wert? Genau genommen ist es wertlos.
Was ist Leben? Grundsätzlich Leere.
Was ist der Sinn meines Lebens? Die Leere zu füllen.
Womit? Fußstapfen.
Und wenn ich ein Vogel wäre? Ich würde auf das Fliegen verzichten.
Scheint die Sonne wirklich? Scheinbar scheint sie.
Was möchte ich in Zukunft machen? Nicht tot sein.
Will ich jemals reich werden? Ich wünsche nicht zu verhungern.
Will ich mal wunschlos glücklich sein? Glücklos 'wünschlich' schon eher.


Diese Fragen beschäftigen mich. Täglich, nein. Fast schon minütlich. Ja, das Wort gibt es wirklich.

Montag, 24. Januar 2011

Wenn das Licht ausgeht...


Abends, wenn alle Kerzen ausgehen und ich regungslos in meinem Bett liege
die Welt still steht und der Glotzkasten nur noch vor sich hinflimmert
die Analyse des Tages abgeschlossen ist und die Moral für den nächsten Tag justiert ist
der Geschmack der Zahncreme sich auf meiner Zunge auflöst
die feuchten Haare und das Kissen Eins werden
die Muskeln sich entspannen und die Musik in meinen Ohren nicht mehr wahrgenommen wird
beginnt der übliche Krieg zwischen Kopf und Herz
& ich verliere.

So wie ich dich einst verloren habe.


G U T E   N A C H T!

Alarmbereitschaft - ich bin dagegen.


Und wieder ein Anschlag. Heute hat es Moskau getroffen.

Freilich tun mir die Opfer leid. Selbstverständlich hatte ich auch gleich meinen Opa angerufen, weil er des Öfteren aus geschäftlichen Gründen nach Moskau fliegt. Nein, er ist zu Hause und landet auch sonst nicht in Domodedovo. Puh, eine gewisse Erleichterung. Es gibt vermutlich nichts Schlimmeres, als einen Verwandten oder guten Bekannten bei einem Anschlag zu verlieren. Kein Tod ist so zufällig. Und ein mit Sprengstoff präparierter Zufall ist kein schönes Ende. Darum soll's aber erstmal nicht gehen - wie oberflächlich von mir.

Was mich viel mehr beunruhigt ist die Zukunft. Dabei schließe ich eine Teilnahme an einem Anschlag aus. Davor habe ich im Grunde genommen gar keine Angst. Zufall war die letzten 20 Jahre mein treuer Sklave. Unsere Politiker machen mich hingegen wütend. Ich sehe jetzt schon an beinah jedem Bahnhof einen Streifenwagen und nicht gerade wenige Uniformierte bewaffnet mit vollautomatischen Argumenten. Im Innern zittern und beten sie. "Nicht hier & nicht jetzt, bitte." Ich kenne das und verstehe sie. Sie fürchten nämlich das Gesetz, das sie aber gleichzeitig hüten und vertreten. Bei einer Erörterung würden sie kläglich versagen, weil sie nicht wissen, wann sie ihre Argumente einsetzen dürfen. Und ob überhaupt.  Die meisten von euch werden das nicht kennen. Es wundert mich auch gar nicht. Interviewt werden nicht die Angst verbreitenden Jungs mit schwarzen Schießprügeln.

Teure Anzüge, akkurat gebundene Krawatten und gewählte Worte machen aber auch mehr Eindruck. Dazu die vollkommene Sicherheit und Ruhe. Hier macht sich die wahre Wirkung der Medien erst richtig bemerkbar.

Ein Otto-Normalverbraucher gibt sich mit einer kurzen Rede der Kanzlerin im Ersten total zufrieden. Er hat gar keine Zeit, weiter darüber nachzudenken... die Werbung auf Pro7 ist doch gleich rum und er muss noch auf's Klo. Und so geht er total beruhigt in's Bett. Die Folgen: "Freiheit" aus der Nationalhymne wird immer kleiner geschrieben.

Fazit: Osama-Masche zieht immer noch. Schwarze, dichte Bärte - schlecht. Bundestag - die Guten.

Was haben sie zu verbergen, dass sie jetzt die Guten spielen? Armut, fehlende Sozialhilfe, Obdachlosigkeit, Abtreibung, kranke und mutterlose Kinder, Krankheit, Bürgerkriege, Atommüll, Umweltverschmutzung, Abholzung der Wälder. Ist es nicht das, was uns Angst machen sollte, worum sie sich kümmern sollten?

Ich fürchte keine Nutten. Zuhälter machen mir dennoch Angst.




Bei "Richtig oder Falsch" verschätzt man sich gewöhnlich. Und manchmal kann man sich an die Konsequenzen nicht gewöhnen.

Es gibt kein Falsch oder Richtig. Es gibt nur Entscheidungen.
Es ist nicht so wichtig, welche kurvigen Straßen du entlang gereist bist, welche Orte du gesehen hast, welche Menschen du getroffen, welches Mädchen du geheiratet oder wo und wann du dein Haus gebaut hast. Denn alles, was am Ende zählt, sind die Entscheidungen, die du in deinem Leben getroffen hast.

-

Entscheidet euch für eine Richtung, welche ist vorerst unbedeutend, aber entscheidet euch.

Wenn etwas gedacht wird, dann ist es nicht mehr undenkbar.


Hallo Welt, meine Welt!
"...und Großvater sprach: ..." nein, jetzt nicht, nach mir vielleicht...


Es ist soweit. Nach all den Jahren kindlicher Unentschlossenheit habe ich mich entschieden. Ich schenke meinen Gedanken ein kleines Haus am See. Warum See? Der Alltag hetzt mich genug. Ein See wirkt hingegen ruhig. Ach, allein die Vorstellung beruhigt mich bereits. Diese Seite wird dieser Ort sein.

Meine Absicht ist es nicht, für etwas zu werben oder die Leser von etwas zu überzeugen. Wie denn auch, wenn ich mich selbst nicht überzeugen kann? Ich bin sozusagen das Versuchskaninchen meiner Inspiration. Gefangen in einem bodenlosen Käfig, am Gitter festklammernd. Zu ehrgeizig um loszulassen und zu schwach für einen Aufstieg.

Ich habe keine Erwartungen an die Besucher dieser Seite. Ihr könnt die Seite sofort schließen (ALT + F4 - bei den Unerfahrenen mache ich mich jetzt schon unbeliebt). Ihr könnt aber auch den einen oder anderen Beitrag überfliegen, euch Gedanken machen, eine Diskussion anfangen. Ich warne von vornherein: Viele Texte werden sehr persönlich sein und dadurch unverständlich bis nicht nachvollziehbar. Setzt euch mit diesen literarischen Ergüssen nicht auseinander, lasst es meine Sorge sein. 
Den Titel empfinde ich als angemessen. Wie es ausgerechnet zu dieser Namensgebung gekommen ist, werde ich später detaillierter erklären. Vielleicht.

Viel Vergnügen - ihr dürft teilnehmen... an meinem Leben teilhaben.

"... , lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf'm Dach." Sehr gutes Lied übrigens.